(Dienstag, 01.06.2004) - Meine Fahrt entlang dem nördlichen Rand des Canyon du Verdon startete am Lac de Ste. Croix. Um von der Küste bis zum Stausee zu kommen, benötigte es viel Geduld, da die Strassen zum Teil sehr schmal und auch die Entfernungen nicht zu unterschätzen waren. Fast zwei Stunden dauerte die Fahrt um bis zum Lac de Ste. Croix zu kommen.
Der erste Blick auf den Lac de Ste. Croix war herrlich. Der Ginster blühte am Straßenrand, das Wasser des Stausees schimmerte türkisblau. Auf beiden Seiten des Ufers gab es Tretboot- und Kanuvermietungen. Ich entschied mich spontan für eine Stunde ein Tretboot zu mieten, um den Canyon hautnah mitzubekommen. Die Strecke unter der Brücke und in den Canyon hinein war einfach zu befahren und mit einer halben Stunde Zeit hineinzufahren, kam ich schon ein ganzes Stück voran, die Schlucht vom Wasser aus anzuschauen. Eine üppige Vegetation war rechts und links des Ufers zu sehen, auch konnte ich gut die ausgewaschenen Stellen im Felsen sehen. Badebuchten gabe es auch an einigen Ecken, dafür fehlte mir aber leider die Zeit. Trotzdem war es schönes Erlebnis, den Canyon so hautnah mitzubekommen.
Moustiers-Sainte-Marie war mein nächstes Ziel, ein Ort wie aus dem Bilderbuch. Vor einer steil aufragenden Felskulisse drängen sich mehrere Dutzend Häuser auf engem Raum zusammen. Ein Wildbach trennt den Ort in zwei Hälften und die dahinter liegende Schlucht wird von einer 227 Meter langen Kette mit einem goldenen Stern überspannt. Der Ort ist wirklich schön und einen Besuch wert, da aber dies aber fast alle denken, ist der Moustiers im Sommer von den üblichen Touristenströmen umlagert.
Für eine Fahrt entlang des Canyon du Verdon entschied ich mich für die nördliche Route. Die "rive gauche" (die Nordroute) führt von Moustiers Sainte Marie (am westlichen Rand) als D 952 über La Palud sur Verdon nach Castellane (am östlichen Rand). Nach dem ich kurz nach Moustiers den 1032 m hohen Col d'Ayen passiert hatte, verlief die Strasse in ihrem mittleren Abschnitt in einiger Entfernung vom Canyonrand. Um näher heranzukommen, habe ich von La-Palud aus, die Route des Cretes genommen.
Eine Fahrt auf der Kammstraße (D 23 auf der Landkarte) war ein imposantes Erlebnis. Von La-Palud-sur-Verdon (netter Ort mit einigen gut gelegenen Campingplätzen) aus erschlossen sich mir auf dem 23 km langen Rundkurs über die Route des Cretes zahlreiche atemberaubende Ausblicke in die Tiefen der Schlucht. An ihrem höchsten Punkt führt die Strasse bis auf 1459 m hinauf ! Die Rundfahrt sollte man in östlicher Richtung (also mit dem Uhrzeigersinn) machen, da ein Teil der Strecke inzwischen Einbahnstrasse ist.
Wieder in La-Palud zurück fuhr ich weiter Richtung Osten. Der Canyon wird ab jetzt nicht mehr so spektakulär, dafür bietet sich zum üppige Vegetation entlang des Flusses. Endpunkt meiner Fahrt war der Ort Castellane. Auf dem Place Marcel Sauvaire im Zentaum von Castellane konnte ich in der Nachmittagssonne als Abschluß das schöne Ortsbild auf mich wirken lassen. Dieses Städtchen bietet sich als guter Ausgangspunkt für die Erkundung des Canyons an. Es gibt in der Nähe des Ortes direkt am Fluß einige sehr schöne gelegene Campingplätze.
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