Ich habe eine Woche Zeit, einen guten Reiseführer und muß mich entscheiden, was ich mir im Elsass anschauen will. Den ersten Schwerpunkt kann jeder setzen, in dem er sich bei der Wahl des Übernachtungsortes bereits für eine Region, zum Beispiel, Nord- oder Südelsass, entscheidet. Nach ausführlichem Studium des Geo-Saison-Heftes September 2002 und dem Reiseführer "Dumont-Richtig Reisen Elsass" habe ich mich für den Ort Munster im Munster-Tal 15 km westlich von Colmar entschieden. Ausschlaggebend für mich war die Nähe zu vielen Wandermöglichkeiten in den Hochvogesen, sowie Colmar, Mühlhausen und Basel als interessante Städte.
Meine detaillierte Reiseroute können Sie farblich für jeden Tag gekennzeichnet einer separaten » Landkarte entnehmen.
Übernachtung
Übernachtet habe ich im Hotel "La verte Vallee" in Munster. Das Hotel liegt idyllisch in einem Park gelegen und wird auf einer Seite von dem Fluß Feche begrenzt, der als kleiner tosender Bach Richtung Colmar fließt. Der Ort Munster bietet schon einige Restaurants mit abwechselungsreicher Gastronmie, ich habe mich jedoch für Halbpension im Hotel entschieden (erspart einem das lästige Losen, wer fährt Auto und wer darf ein Glas Wein trinken).
25.11.2002
Der Tag war geprägt von Dauerregen und tiefhängenden Wolken, beileibe nicht das beste Wetter zum Fotografieren. Begonnen habe ich den Tag mit einer Besichtigung von » Riquewihr (Reichenweiher), gelegen an der Straße zwischen Colmar und Ribeauville. Nach einem ersten Flammküchle (Tarte flambée) im Restaurant "L' Ecurie" in der Hauptstrasse (Rue du General de Gaulle) von Riquewihr bin ich weitergefahren nach » Zellenberg und » Hunawihr. Letzte Besuchsziele für den ersten Tag waren » Kientzheimund » Kaysersberg, als unmittelbarem Nachbarort.
Besonders gut gefallen haben mir heute » Riquewihr und » Kaysersberg.
26.11.2002
An meinem zweiten Tag habe ich » Colmar besucht. Nur 15 km entfernt von Munster gelegen, ist es per Auto schnell zu erreichen.
Die Stadt ist schön und hat eine Menge auf überschaubarer Fläche zu bieten. Kanalromantik in Klein-Venedig, autobefreites Kopfsteinpflaster um die Kathedrale, Stadtpalais von deutscher Renaissance bis zu französischem Barock, schließlich ein weltbekanntes Museum, das Musée d' Unterlinden. Wer sich die Zeit nimmt, gemächlich durch die Gassen zu flanieren, wird ein Savoir-vivre der elsässischen Art feststellen. Allerorten Cafes, Plätze, die sich öffnen und überraschende Blickwinkel ermöglichen.
Tip von mir: Wer gerne das Musée d' Unterlinden besuchen möchte, sollte dies nicht an einem Dienstag machen. Wie viele Geschäfte und andere Museen auch, hat das d' Unterlinden auch seinen Ruhetag und zwar am Dienstag. Zu dem gibt es eine Mittagspause von 12 -14 Uhr, ansonsten hat es von 9 -12 Uhr und 14- 17 Uhr geöffnet.
27.11.2002
Nebel und viel Wolken im Tal, strahlender Sonnenschein auf 755 Metern Höhe. Nichts ist überraschender als durch dicke Wolken und zähen Nebel zu fahren und oben blauen Himmel vorzufinden. Zugegebenermaßen einer der wenigen Vorteile, die man hat, wenn man im November fährt. So ist es mir heute ergangen, war in der Rheinebene noch eine dicke Suppe, oben auf dem » Burg Haut-Koenigsburg war strahlenster Sonnenschein.
Wer zwischen November und Februar die Burg besuchen will, sollte bei den Öffnungszeiten aufpassen: Die » Burg Haut-Koenigsburg hat zwischen 12 - 14 Uhr Mittagspause, bedeutet für Langschläfer, sie müssen um 12 Uhr das Ticket-Abreißbüdchen im Burghof passiert haben, um nach 12 Uhr die Zeit nutzen zu können, die Burg fast alleine zu besichtigen. Die Öffnungszeiten ansonsten: 9.45 Uhr - 12 Uhr und 14 - 17 Uhr (letzter Einlaß: 16.45 Uhr).
Zweiter Besichtigungspunkt des heutigen Tages war » Strasbourg. Die Stadt ist die Metropole des Elsasses, Hauptstadt des Departements Bas-Rhin und ein Klassiker unter den liebsten Reisezielen der Deutschen. Eigentlich zu schade, um nur einen halben Tag dort zu verbringen, habe ich mein Auto ins Parkhaus unter dem Place Gutenberg verfrachtet und habe mir die Gassen und Sehenswürdigkeiten der Stadt zu Fuß angeschaut. Die Stadt hat viele Seiten, enge, malerische Gässchen, altes Fachwerk, viel Gastronomie, eine Menge netter und individueller Geschäfte und natürlich als Mittelpunkt der Ill-Insel, das Strasburger Münster.
Der Nebel, der im Rheintal den ganzen Tag lag, hatte sich in der Stadt im Laufe des Nachmittages noch zusammen gezogen und das Münster verschwand im Laufe der Stunden immer mehr im Nebel, bis vom Turm fast gar nichts mehr zu sehen war.
Tip von mir für alle Weihnachtsmarktbesucher: Entgegen dem Colmarer Weihnachtsmarkt, der am 24.11.2002 jedes Jahr seine Pforten öffnet, beginnt der Strasburger Weihnachtsmarkt am 1. Adventswochenende. Am 27.11.2002 waren zwar in Strasburg die Vorbereitungen in vollem Gange, aber leider eben noch nicht offen.
Besonders gut gefallen hat mir heute: die » Burg Haut-Königsburg in strahlendem Sonnenschein, in » Strasbourg das Münster und seine umliegenden im vorweihnachtlichen Lichterschein, sowie die vielen interessanten, individuellen Geschäfte in der Fußgängerzone
28.11.2002
Endlich ein Tag mit guter Sicht und ein wenig blauem Himmel. Die Gelegenheit direkt dafür genutzt einen Ausflug in das Gebiet der Südvogesen gemacht. Direkt hinter Munster schließt sich das Gebiet der "Ballons", zu deutsch Belchen, an. Die Nationalstrasse steigt 18 km hoch, bis sie die Passhöhe, den Col de la Schlucht, erreicht. An dieser überdimensionalen Straßenkreuzung erreicht man die schöne Panoramastrasse, Route des Cretes. Von hier aus hat man die Straße entlang einige sehr Aussichten auf die Wälder und Berge der Vogesen.
Einen sehr guten Aussichtspunkt, den man auch mit dem Auto erreichen kann, ist das Hoheneck mit 1362 m. Zu anderen Jahreszeiten gibt es hier oben auch ein Ausflugslokal, im November bei passabeler Sicht nur heftigen Wind. An dieser Stelle ein eindringlicher Hinweis: wenn es Wind auf den Höhen der Vogesen gibt, diesen niemals unterschätzen! Viele Gipfel sind ebene Plateaus, die starkem Wind eine ideale Fläche bieten.
Weiter kommt man auf der Route des Cretes zum Restaurant Hotel du Grand Ballon, einem netten, urigen Ausflugslokal im Stil deutscher Berghütten, nur ein wenig grösser. Das Lokal bietet genügend Parkplätze und bei Sonnenschein Sitzmöglichkeiten draußen, um die schöne Aussicht zu genießen. Es ist ebenso ein guter Ausgangspunkt, um auf den Grand Ballon, mit 1424 m der höchste Berg der Vogesen, zu steigen. Der Rundweg zum 1. Weltkriegsdenkmal und zur Radiostation ist mit einer halben Stunde ohne Pause angegeben, die Zeit paßt. Für ein entspanntes Wandern mit Aussichtspausen sollte man aber schon circa 40 Minuten einplanen, wenn man direkt zum Parkplatz zurück möchte. Die Aussicht von oben ist, wenn es die Wolken erlauben, wirklich gut und lohnt auf jeden Fall den langen Anfahrtsweg.
Für den Rückweg nach Munster habe ich mich vom Grand Ballon kommend für die Strasse nach Gueberwiller entschieden. Kurz hinter Lautenbach geht links den Berg hoch eine Strasse nach Wintzfelden und Osenbach hoch. Die Ebene zwischen beiden Orten zeigt eine andere typische Seite der Südvogesen. Ackerbau und Weiden, im Gegensatz zu kargem Ödland oben in den Bergen.
Ist man durch Osenbach hindurch, ist Munster auch schon ausgeschildert. Auf dem Kamm zwischen beiden Tälern (Osenbach und dem Munstertal) liegt der Col du Firstplan. Von hier geht ein Schotterweg 4,5 km nach links zum Col de Boenlesgrab. Die Strecke ist gut zu fahren und kann mit jedem normalen Auto befahren werden. Das Ausflugslokal ist in der Nebensaison nur von mittags bis 15 Uhr geöffnet und dann wieder von 18.30 - ca. 21.00 Uhr, zusätzlich gibt es auch hier Ruhetage, auf jeden Fall nach den Öffnungszeiten im Ort Lautenbach erkundigen. Das Lokal ist von hier besser zu erreichen, wenn man es direkt ansteuern will, statt den Umweg über Wintzfelden zu nehmen. Von Lautenbach bis nach Boenlesgrab ist die Strecke sogar asphaltiert. Zu Fuß kann man vom Wanderparkplatz drei verschiedene Fermes Auberges erreichen (nur von Frühjahr bis Herbst geöffnet) und auf den Petit Ballon wandern. Ein guter Aussichtpunkt mit Blick auf Colmar ist der Col auf jeden Fall.
Besonders gefallen haben mir heute: das Restaurant Hotel du Grand Ballon, die Ebene um Wintzfelden und der Col de Boenlesgrab.
29.11.2002
Der letzte Tag im Elsass: Zum Abschluß bin noch mal in die Orte gefahren, die direkt vor der Haustür lagen. Vormittags » Munster angeschaut, über » Hohrodberg am Nachmittag über » Basses Huttes nach » Kaysersberg gefahren. Bei Sonnenschein betrachtet ähnelt die Landschaft und der Häuserstil besonders um » Basses Huttes herum, der des Schweizer Juras.
» Kaysersberg hat einen der schönsten » Weihnachtsmärkte im Elsass, neben dem von Strasbourg und Colmar. Meistens an den Wochenenden im Dezember jeweils von Freitag bis Sonntag. Die Aufteilung in der Stadt ist recht geschickt gemacht. Dadurch daß immer nur an drei Tagen in der Woche Markt ist, wurden die Stände auf abschließbaren » Innenhofplätzen und – hallen untergebracht. Auf den Straßen selber sind keine Stände untergebracht, man wird von Hof zur Halle, usw. weitergereicht. Kennt man die üblichen deutschen Weihnachtsmärkte, ist der von Kaysersberg eine angenehme Abwechslung: ein interessanter Querschnitt von Handwerkskunst und regionalen Produkten, dazwischen immer wieder festlich geschmückte Gebäude. Nur über eins muß man sich im klaren sein, zu Zeiten des Marktes ist » Kaysersberg voll in der Hand von Bustouristen!
Lohnenswert im Ort ist ein Aufstieg zur » Burgruine oberhalb des Altstadtkerns mit einer schönen » Aussicht. Von dort lassen sich dank der sehr guten » Beschilderung des Vogesen-Wandervereins einige abwechselungsreiche Wanderungen unternehmen, zum Beispiel von » Kaysersberg nach » Riquewihr in 1,5 Stunden für eine Strecke.
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