... sehr guten Einblick in das alltägliche Leben dieser ehemaligen römischen Provinzstadt, das vor dem Vulkanausbruch des Vesuv am 24. August 79 n. Chr. geherrscht hatte. Das Gelände ist die absolut größte antike Ruinenstadt ...
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(Montag, 27.06.2005) – Weiterfahrt an den Golf von Neapel
Die Landschaft veränderte sich, je weiter ich südlich vordrang. Vom gebirgig hügeligen wurde es zusehends flacher, bis ich fast am Ziel schließlich sogar sumpfige Landschaft vorfand. Wenn ich ehrlich bin, so hatte ich mir den Golf von Gaeta bzw. Neapel nicht vorgestellt.
Der von mir ausgewählte Campingplatz lag zwar direkt am Meer, aber ansonsten ziemlich weit ab vom Schuss. Der gleichnamige Ort Baia Domizia zog sich über mehrere Kilometer am Meer entlang, der Campingplatz selber lag direkt am Wasser in einem geschützten Waldstück hinter einem Dünengürtel.
Nach einer entspannten Autofahrt (es war kaum was los gewesen auf der Strecke !) baute ich mein Zelt auf und nahm danach Platz und Strand erst mal näher in Augenschein. Die Anlage war gepflegt, aber ziemlich reglementiert, die Campingeigenen Geschäfte machten um 19 Uhr zu und es war noch ziemlich leer, da die Italiener noch keine Ferien hatten. Der Strand war sauber und gepflegt und bot abends einen schön Blick die untergehende Sonne am Golf von Gaeta. Die Dunkelheit am schnell nach Sonnenuntergang und ich war froh eine Taschenlampe mitgenommen zu haben.
War es am Meer noch angenehm frisch gewesen, sorgten der Dünengürtel und der Wald dafür, dass keine einzige Brise mein Zelt erreichte. Man kann ja nicht alles haben, so wurde es eine ziemlich schwüle Nacht.
(Dienstag, 28.06.2005) – Pompeji
Was macht man als Kulturinteressierter Tourist bei fast 40 Grad Außentemperatur in der Nähe von Neapel ? Man besichtigt tapfer Pompeji !
So nett mein Campingplatz war, er hatte doch einen entscheidenden Nachteil. Er lag so weit ab vom Schuss, dass ich erst mal an allen Baustellen auf Neapels Autobahnen vorbeikurvte, süditalienische Autofahrerkunst kennen lernen durfte und um dann endlich nach mehr als 1,5 Stunden in Pompeji anzukommen.
Ich empfehle jedem, einen der bewachten Parkplätze in der direkten Umgebung des Ausgrabungsgeländes zu nehmen. Hier hat man dann wenigstens eine Illusion von Sicherheit. Der Parkplatzpreis ist jenseits von gut und böse, aber alles andere ist weit entfernt, unsicher und man riskiert abgeschleppt zu werden.
Der Eintritt in das Ausgrabungsgelände kostete 10,00 Euro und ich erhielt einen Kurzführer mit den wichtigsten Informationen rund um das antike Pompeji und seine Ausgrabungen. Zusätzlich gab es einen Plan des archäologischen Geländes. Mit beiden zusammen war ich sehr gut gerüstet, mich in das „Abenteuer Antike“ zu stürzen.
Bei fast 40 Grad tat ich gut daran, einen Sonnenhut zu benutzen. Alles andere hätte unweigerlich zu einem Sonnenstich geführt. Zu trinken hatte ich auch genug mitgenommen, und die Brunnen mit Trinkwasser auf dem Gelände boten immer wieder eine gute Gelegenheit, meine Vorräte aufzufüllen. Als es mir dann um die Mittagszeit dann doch zu heiß wurde, flüchtete ich in das einzige halbwegs klimatisierte Gebäude auf dem Platz, dem Selbstbedienungsrestaurant. Das Essen dort war akzeptabel, die Preise gingen einigermaßen. Wer es gediegener mag, für den gibt es auch ein Restaurant nebenan mit Bedienung.
Pompeji selber ist einfach fantastisch. Auch wenn man sich der Dramatik jederzeit bewusst wird, die zu diesem tollen Freilichtmuseum geführt hat, der Faszination dafür tat es keinen Abbruch. Ich hatte den ganzen Tag Zeit, mir das Ausgrabungsgelände anzuschauen. Ganze Straßenzüge sind mehr oder weniger rekonstruiert. Ich bekam einen sehr guten Einblick in das alltägliche Leben dieser ehemaligen römischen Provinzstadt, das vor dem Vulkanausbruch des Vesuv am 24. August 79 n. Chr. geherrscht hatte. Das Gelände ist die absolut größte antike Ruinenstadt, wo das römische Stadtleben der frühen Kaiserzeit lebendiger wird als in jedem Historienfilm.
Man sollte unbedingt mindestens einen halben Tag, besser sogar noch einen ganzen Tag einplanen für das weitläufige Ausgrabungsgelände mit den sich kreuzenden Pflasterstraßen, Wohnhäusern, Geschäften (davon ganz viele Tavernen und Garstuben ;-)), Thermen, Tempeln und Theatern. Die kostbarsten Fundstücke und die meisten farbenfrohen Fresken befinden sich allerdings nicht mehr in Pompeji selber, sondern im Archäologischen Nationalmuseum in Neapel.
Mir haben besonders gut die vielen antiken Alltagseindrücke, die Stadttore, die „Hauptstraße“, die Via dell’ Abbondanza, das Forum und das Theater gefallen. Es gibt soviel zu sehen und zu entdecken, da störte auch die Hitze nicht mehr.
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Pompeji
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